Kommt es darauf an, was mein(e) zukünftige(r) Ehemann / Ehefrau für eine Familie oder Eltern hat?
Kommt es darauf an, was mein(e) zukünftige(r) Ehemann / Ehefrau für eine Familie oder Eltern hat?

Wie wichtig ist die Familie meines zukünftigen Partners/Partnerin?

Frisch verliebte Paare laufen die Gefahr zu denken, dass Familien nicht wichtig sind. Nur der Partner ist im Fokus und man ist versucht zu denken, dass man ja die Tochter oder den Sohn der Familie heiratet, und nicht die Eltern.

Das Gegenteil ist genau der Fall. Nichts im Leben beeinflusst die Kinder so fest wie die Eltern. Wer in einer Beziehung mit einem Partner bleiben möchte, der sollte folgende Gedanken im Gebet bewegen.
Kinder werden neutral geboren, das heisst, sie sind wie ein Schwamm, der durch die Erziehung und das Umfeld geprägt wird. Natürlich finden schon Prägungen beim Kind während Schwangerschaft statt. Aber durch die Erziehung und Schulung wird der Charakter und die Verhaltensweise des Kindes stark beeinflusst. Diese angeeigneten Verhaltensweisen können nicht mehr so einfach verändert werden.

1. Was hat der Partner für eine Beziehung zu seinen Eltern?

In den jüngeren Jahren finden die Kinder, dass die Eltern die wichtigsten Menschen im Leben sind. Mit etwa 10 Jahren beginnt dann die normale hormonelle Veränderung, die Gott geschaffen hat. Die heranwachsenden Kinder beginnen sich nach neuen Vorbildern und Philosophien umzuschauen. In jeder Familie läuft dieser Prozess unterschiedlich ab. Es gibt die offensichtliche, aber auch die stille Rebellion und es gibt Kinder, die nie einen schlechten Gedanken gegenüber ihren Eltern hatten. Dann gibt es auch noch die Kinder, bei denen alles gut gelaufen ist. Diese haben glücklich geheiratet und alles schien gut zu sein, bis es dann aber nach einigen Jahren Ehe zur Scheidung kam. Nicht alle Eltern können die Scheidung ihres Kindes richtig verarbeiten oder akzeptieren und es gibt unglaubliche Spannungen.

Es lohnt sich, wenn man sich über jede dieser verschiedenen Reaktionen der Kinder oder Eltern Gedanken macht. Grundsätzlich gibt es keine perfekten Eltern und Fehler passieren in jeder Familie. Es ist aber wichtig zu wissen, ob eine Versöhnung der Kinder mit den Eltern stattgefunden hat. Dann erst hat eine Beziehung zu den Eltern ein gutes Fundament.
Hast Du für Deinen Partner und seine Eltern das nötige Verständnis? Es gibt Ausnahmesituationen, in denen das Kind im vollen Recht ist, und es wichtig ist die Distanz mit den Eltern zu wahren. Wenn Dein zukünftiger Partner nicht versöhnt ist mit seiner Herkunftsfamilie, dann wird es grosse Spannungen in der Ehe geben. Der Partner wird unbewusst die negativen Gefühle auf Dich übertragen. Der Konflikt in der Beziehung ist vorprogrammiert. Wenn wir mit Gott unterwegs sind, dann ist eine Versöhnung immer möglich. Die Geschichte des verlorenen Sohnes veranschaulicht das in der Bibel in Lukas 15:11-32:

Der Sohn war nicht glücklich zu Hause. Er wollte die grosse Liebe mit Geld kaufen. Er kam zur Einsicht, dass der Vater es mit Ihm immer gut meinte. Er war bereit sich zu versöhnen und der Vater willigte ein.
Wir wissen nicht wie die Geschichte weiterging, aber wir können uns erdenken, dass er es gut hatte bei seinem Vater und er später auch noch eine wunderbare Frau gefunden hatte.

2. Wie waren die Philosophie und der Glauben der Eltern bezüglich der Kindererziehung?

Unsere Eltern kommen auch aus verschieden Familien und auch sie wurden geprägt. Was war dort die Aufgabe des Vaters in der Familie? Machte er Karriere und vernachlässigte er die Familie? War er sehr streng in seinen Anforderungen? Konnte man ihm genügen, oder war er nie zufrieden? War vielleicht auch Missbrauch im Spiel? Sexueller Missbrauch durch Familienmitglieder sind eines der schmerzhaftesten Verletzungen für ein Kind. War der Vater zugänglich und verbrachte er Zeit mit seiner Frau und den Kindern? Was für eine Rolle nahm der Vater in der Familie ein? War er das Haupt der Familie, oder war er der «Weichling und die Mutter hatte die Hosen an», wie man so sagt?
Das Gleiche gilt auch für die Mutter. Zeigten die Eltern Zärtlichkeit als Eltern, oder war das ein Tabu? War die Mutter Zuhause, oder arbeitete sie vollzeitlich und war sie nur so nebenbei noch Mutter? Wie war die Kommunikation zwischen Vater und Mutter? Wie war die Streitkultur der Familie – wurde man agressiv oder ging in den Rückzug? Wie gingen die Eltern mit Konflikt um? Hatten beide Elternteile die Möglichkeit Ihre Meinung zu äussern? Oder war es so, dass entweder die Mutter oder der Vater immer einwilligen musste?

All diese Prägungen gehen in unser Unterbewusstsein, und diese werden dann genauso auch mit einem zukünftigen Partner ausgelebt. Diese Fragen sind gut zu prüfen, damit man weiss in was für eine Beziehung man sich einlassen wird. Jede Familie der Partner hatte Fehler und es geht nicht darum, alle diese Fehler aufzuzeigen. Wenn jedoch ein Partner viel Schweres erlebt hatte, dann braucht es eine besondere Gnade und Verständnis, den zukünftigen Partner zu lieben. Eine der grössten Lügen ist es, wenn man denkt «mein zukünftiger Partner wird sich dann schon verändern weil er mich liebt». Wahrheiten oder Lügen die im Unterbewusstsein abgespeichert sind, können nur mit viel Seelsorge verändert werden.

In der Bibel gibt es ein gutes Bespiel anhand der Geschichte von Samuel. 1 Samuel Kapitel 3-5: Samuel wurde ohne Eltern erzogen und fürchtete Gott und war wunderbar in seinem Charakter. Dann haben wir in der gleichen Geschichte die Söhne vom Priester Eli. Diese hätten wissen sollen, wie man lebt und auch ihr Vater. Doch der Vater vernachlässigte seine Söhne und wurde von Gott zur Rechenschaft gezogen. Diese Geschichte lehrt uns, dass alles schlussendlich von Gott und seiner Gnade abhängig ist.

3. Wie war das Umfeld der Familie (Anzahl der Kinder, Finanzen, gab es eine Scheidung)?

Ein Einzelkind hat andere Werte oder Gewohnheiten, wie ein Kind mit mehreren Geschwistern. Wurde das Kind verwöhnt oder unterdrückt? Auch der Wunsch nach Kindern kann sehr unterschiedlich sein. Einzelkinder sind oft überfordert mit der Kindererziehung. Kinder aus Grossfamilien wünschen sich oftmals auch mehrere Kinder.
Jetzt kommt noch ein sehr wichtiger Punkt: Kinder die in einer Familie aufgewachsen sind und eine Scheidung erlebt haben, haben oftmals grosse Schwierigkeiten mit Vertrauen und Bindung durch eine Heirat. Zum anderen ist es auch so, dass heutzutage schon viele Kinder mit der Mutter aufwachsen und somit kein Rollenmodel des Vaters erlebt haben. Ein zukünftiger Partner weiss dann gar nicht recht, was nun seine Aufgabe als Familienoberhaupt wäre, weil er ja nur immer die Mutter als Vorbild hatte.

In der Bibel gibt es die Geschichte von Jakob und Joseph in 1. Mose 37. Dort lesen wir, wie das Fehlverhalten des Vaters grosse Spannungen in der Familie auslöste. Joseph wurde von seinen Brüdern nicht akzeptiert. Das wunderbare an der Geschichte ist, wie Gott trotzdem alles zum Guten wenden konnte.

Ich möchte Dir fest ans Herz legen, dass Du Dir während Deiner Kennenlernphase mit Deinem zukünftigen Partner Zeit nimmst, um die oben angeführten Fragen und Themen anzusprechen. Du wirst dann im Gebet herausfinden, ob Du Dich in das Abenteuer Ehe mit dieser Person einlassen möchtest. Mit Gott ist alles möglich, doch oftmals unterschätzen wir die Folgen unserer Entscheidungen. Ich wünsche Dir viele erbauliche Gespräche mit Deinem Partner.

Autor Daniel Wagner
Autor Daniel Wagner

Autor

Daniel Wagner, 1969, verheiratet und wohnhaft im Zürcher Oberland (Schweiz). Nach einem Theologie-Studium in Frankreich absolvierte er eine Weiterbildung als Lehrer und Pädagoge und doktorierte in den USA (Ed.D). Mehr über den Autor

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