Als Christ geschieden. Gibt es noch Hoffnung?
Als Christ geschieden. Gibt es noch Hoffnung?

Ich bin Christ und geschieden, kann mir Gott eine zweite Chance geben?

Wir leben in einer herausfordernden Zeit, in der Ehen immer mehr geistig angefochten werden. Das Betrachten von Statistiken kann uns über das Ausmass der Not Aufschluss geben. Je nach Land oder Kultur sind die Auswertungen ganz unterschiedlich. Etwa 50% aller Ehen enden in einer Scheidung. Etwa 60% aller zweiten Ehen enden auch wieder in einer Scheidung. Und es gibt nicht wirklich einen Unterschied für Christen oder nicht Christen. Darum ist die Frage berechtigt, soll ich es wagen eine Ehe ins Auge zu fassen, wenn ich eine Scheidung hinter mir habe?

Es ist wichtig zu erkennen, dass länger bleibende Beziehungen mit viel Not verbunden sind. In den oben aufgeführten 50% sind nur die durch eine Heirat geschlossene Ehen vertreten. Viele Menschen pflegen jedoch schon früh Beziehungen, die nie zu einer Heirat führen, und diese werden somit nicht erfasst. Trotzdem gibt es Christen, die sehnen sich nach einem Partner. Menschen mit einer Idealvorstellung eines Partners, diese bleiben somit oftmals alleinstehend, weil es diesen perfekten Menschen nicht gibt. Wenn jedoch 50% der verheirateten Paare sich trennen werden, dann gibt es nur sehr wenige ideale Menschen. Darum ist es wichtig auch eine geschiedene Person ins Auge zu fassen als einen möglichen Partner.

Als Christen haben wir einen grossen Vorteil. Wir brauchen nicht einen perfekten Partner zu finden den es nicht gibt. Christen sind bestrebt, einen gläubigen Partner zu finden, der Jesus Christus sein Leben hingegeben hat. Ein solcher Mensch ist nicht perfekt, aber ein solcher Mensch ist fähig zu lieben und zu vergeben. Ein solcher Mensch darf eine zweite Chance wagen.

«Da sprach Jesus: Auch ich verurteile dich nicht. Geh, und sündige von jetzt an nicht mehr!» Johannes 8:11b

Jesus möchte, dass wir unsere Fehler eingestehen, die Vergebung von Gott empfangen, und dass wir dann neu in seiner Gnade durchstarten. Jesus hatte dieser Frau vergeben.

1. Das Verarbeiten der Vergangenheit

Kein Hochzeitspaar würde sich am Hochzeitstag nur vorstellen, dass eine Scheidung je eine Lösung sein könnte. Die harte Realität ist jedoch aufrüttelnd. Es gibt Paare, die schon nach einer kurzen Zeit in einer Scheidung stehen. Bei anderen Ehepaaren kann es erst nach 20 oder 30 Jahren eintreffen. Oftmals bringt es einen grossen Umbruch in einer Ehe, wenn die Kinder erwachsen werden oder ausziehen.

Es ist unangebracht über die Gründe von Scheidungen zu berichten, da jede Geschichte ganz einzigartig ist. Es gibt jedoch zwei verschiedene Scheidungsmotive. Es gibt Ehen, wo die Frau oder der Mann keine Scheidung wünschten, sich der Partner aber so verhielt, dass ein weiteres Zusammenleben unmöglich wurde. Oftmals sind in solchen Fällen Süchte, Körperverletzung oder Untreue im Spiel. Dann gibt es auch Ehen, wo beide Partner über die Jahre so verletzt wurden, dass sie sich immer mehr auseinander lebten, bis es dann schlussendlich zum Zerbruch kommt. Dann gibt es diese Ehepaare, die den Kindern zuliebe zusammen bleiben, bis es dann eben nicht mehr geht.

Was auch immer der Grund einer Scheidung ist, es bringt sehr tiefe Wunden mit sich. Diese Wunden heilen nicht einfach von sich alleine. Man kann diese Wunden versuchen zu verdrängen oder so aktiv in der Seelsorge verarbeiten.

Jesus ist vollkommen fähig beides zu heilen:

«Er heilt, die gebrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.» Psalm 147:3

Das Heilen der Wunden kann schnell oder lange dauern. Gott ist der Heiler, und es kann gut sein, dass geschiedene Menschen oftmals Seelsorge brauchen, um diese Baustellen aufzuarbeiten und im Gebet zu beseitigen. Eine betroffene Person ist oftmals von den Emotionen und dem Schmerz so gefangen, dass ein Lösung im Alleingang nicht genügt.

2. Die Vorbereitung für eine neue Beziehung

Jede Person die geschieden ist sollte eingestehen, dass sie versagt hat und es nicht möglich war die Ehe zu retten. Es geht nicht darum den Schuldigen zu finden, sondern es geht darum, sich einzugestehen, dass eine Ehe ein Werk Gottes ist und wir auf seine Führung und Kraft angewiesen sind. Der erste Schritt zur Heilung ist Vergebung. Die geschiedene Person soll sich selber und dem ExPartner vergeben können. Ein Leben der Unvergebung ist einer der grössten Türen für den Feind (Teufel) auch in der neuen Beziehung Unheil anzurichten.

«Alle Bitterkeit und Wut, Zorn, Geschrei und Lästerrede sei verbannt aus eurer Mitte, samt allem, was böse ist! Seid gütig zueinander, seid barmherzig und vergebt einander, wie auch Gott euch in Christus vergeben hat.» Epheser 4:31-32

Viele Christen wissen, dass es die sichtbare und die unsichtbare Welt gibt. Es ist wichtig, dass man sich im Gebet von unsichtbaren Mächten löst und befreit. Wenn diese Wahrheit vernachlässigt wird, dann kann folgendes geschehen: Eine Frau hat sich von einem alkoholsüchtigen Mann scheiden lassen. Aus unerklärlichen Gründen kann es sein, dass die gleiche Frau wieder einen Mann heiraten wird, der das gleiche Suchtverhalten hat, ohne dass sie es zuerst bemerkt. Sie hätte in diesem Fall sich vorher von einem Geist der Sucht oder des Missbrauches lösen sollen, bevor sie erneut eine Beziehung eingeht. Aber so hat sie einen Mann mit derselben Sucht erneut angezogen ohne dies zu wollen.

3. Wichtige Gedanken die man sich vor einer zweiten Ehe stellen muss

Jeder Mann oder jede Frau, die eine zweite Ehe eingehen möchten, sollten die folgenden Fragen im Gebet bewegen:

  • Bin ich mir bewusst, warum meine erste Ehe zerbrochen ist? Muss ich etwas in meinem persönlichen Verhalten ändern, dass ich ändern kann? (natürlich mit Gottes Hilfe)
  • Bin ich fähig und bereit, mich in einer neuen Beziehung anzupassen? Es ist doppelt so schwierig sich später im Leben nochmals neu anzupassen und Kompromisse zu treffen. Habe ich die Kraft und die Geduld?
  • Bin ich fähig Konflikte zu lösen, ohne dass ich immer Recht haben muss oder gleich wieder die Flinte ins Korn werfe?
  • Möchte ich einen Ehepartner oder eine Ehepartnerin der/die noch nicht geschieden war? Oder möchte ich einen Partner der auch geschieden ist und mich somit besser verstehen kann, weil er auch eine Scheidung erlebt hat?
  • Ganz wichtig ist die Frage betreffend Kindern aus einer früheren Beziehung auf beiden Seiten. Konflikte mit dem Verbinden zweier Familien mit Kindern kann auch eine gute Ehe zum Scheitern bringen. Man darf diese Gegebenheit nicht unterschätzen.
  • Wenn zwei geschiedene Partner heiraten möchten, dann ist es angebracht sich Zeit zu geben für die Verbindung der zwei Familien. Es ist nicht zu vergleichen mit einem jungen Ehepaar, das zum ersten Mal heiratet.
  • Bin ich emotional fähig zu verarbeiten, dass die andere Person schon eine Ehe und ein Leben mit einer anderen Person geführt hat? Gewisse Menschen können sich unbewusst wie zweitrangig fühlen.
  • Wie redet der potenzielle Partner oder die Partnerin von seiner ersten Ehe? Hat diese Person die möglichen Verletzungen verarbeitet? Wie lange her ist die Scheidung?

Gott schenkt die Möglichkeit, dass zwei geschiedene Menschen in einer neuen Beziehung einen Neuanfang erleben dürfen. Es wäre jedoch Falsch zu sagen, dass die zweite Ehe einfacher sein wird. Gott schenkt Neuanfänge, doch eine gute Ehe braucht eine fortwährende Pflege und viel Gnade von beiden Partnern und Jesus Christus als Mittelpunkt der Ehe.

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Autor Daniel Wagner
Autor Daniel Wagner

Autor

Daniel Wagner, 1969, verheiratet und wohnhaft im Zürcher Oberland. Nach einem Theologie-Studium in Frankreich absolvierte er eine Weiterbildung als Lehrer und Pädagoge und doktorierte in den USA (Ed.D).
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